Integrativer Kindergarten Kunterbunt

 

Unsere Einrichtung ist ein nach § 45 SGB VIII in Verbindung mit Artikel 9 Abs. 1 Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz anerkannter Kindergarten und unterliegt den gesetzlichen Bestimmungen dieses Gesetzes.
Wir betreuen von Montag bis Freitag ab 7.15 Uhr bis 13.15 Uhr liebevoll 18 Kinder aus dem Stadtgebiet Straubing im Alter von 2,5 Jahren bis zum Schuleintritt. Bis zu 6 Plätze stehen Kindern mit besonderem Förderbedarf zur Verfügung.

Als Leitfaden für unsere pädagogische Arbeit dient der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder in Tageseinrichtungen bis hin zur Einschulung (BEP). Er definiert die grundlegenden Basiskompetenzen, die das Kind befähigen, zu einer sozialen, autonomen und kompetenten Persönlichkeit heranzureifen. Die wichtigste frühpädagogische Zielsetzung sehen wir in einer erfolgreichen Übergangsbewältigung (Transition) und dem Erwerb der Basiskompetenzen als Grundstein für spätere Widerstandsfähigkeit (Resilienz). Dabei ist uns die Integration von Kindern mit einer Behinderung oder von einer Behinderung bedrohte Kinder ein besonderes Anliegen.

Folgende Bildungsbereiche werden im Kindergartenalltag mit Lerninhalten gefüllt:

  •   Sprache und Literacy, Informations-und Kommunikationstechniken, Medien,
  •   Mathematik, Naturwissenschaften und Technik, Umwelt
  •   Werteorientierung und Religiosität, Emotionalität, soziale Beziehungen und Konflikte
  •   Ästhetik, Kunst und Kultur, Musik
  •   Bewegung, Rhythmik, Tanz, Sport und Gesundheit


Grundlage unseres pädagogischen Handels ist genaues Beobachten und Wahrnehmen der Kinder, um dort ansetzen zu können, wo die Fähigkeiten und Bedürfnisse der Kinder liegen. Lerninhalte werden durch unterschiedliche Methoden vermittelt. Spielen ist die wichtigste Lernform für das Kind. Im Spiel erprobt es seine Fähigkeiten und verarbeitet seine Umwelt. Deshalb nimmt die so genannte Freispielzeit den größten Raum im pädagogisch gestalteten Kindergartenalltag ein. Neben dem gelenkten Spiel, der Tischspielzeit, der Einzelförderung, der musikalischen Früherziehung und der gemeinsamen Brotzeit ist der Stuhlkreis ein wichtiges Ritual bei uns. Im Stuhlkreis lernt das Kind, eigene Bedürfnisse zugunsten der Gruppe zurückzustellen und Gruppenregeln einzuhalten. Ein „Wir-Gefühl“ entwickelt sich.
Mindestens einmal im Jahr arbeiten wir über mehrere Wochen projektorientiert. Die Projektarbeit bietet die Möglichkeit, bereichsübergreifend und ganzheitlich zu lernen, sodass das Kind Wissen und Kompetenzen erwirbt, die es auch auf den Alltag übertragen kann.

Im Interesse der uns anvertrauten Kinder sind wir bemüht, unser pädagogisches Fachwissen ständig zu erweitern. Wir nehmen an Arbeitskreisen, Vorträgen und Fortbildungen teil und arbeiten bei Bedarf mit verschiedenen Fachleuten (Psychologen, Kinderärzten, Ergotherapeuten, Logopäden…) zusammen. Um den Kindern den Übergang vom Kindergarten in die Grundschule zu erleichtern, wird der Kooperation „Kindergarten Grundschule“ eine besondere Bedeutung beigemessen.

 

Anhand einzelner Beschreibungen erhalten Sie einen Einblick in das tägliche Miteinander im Kindergarten:

Die Tischspielzeit bedeutet, dass sich die Kinder von 8.00 Uhr bis etwa 8.45 Uhr mit didaktischen Lern- oder Konstruktionsmaterialien beschäftigen, ein Gesellschaftsspiel durchführen oder die Mädchen und Jungen eine auf den individuellen Förderbedarf gezielte Einzelförderung durch das Personal erhalten. In dieser Zeit wird großer Wert auf weitgehende Ruhe im Gruppenraum gelegt.
Die Tischspielzeit geht fließend in die Freispielzeit über. Gleichzeitig werden gelenkte Beschäftigungen angeboten.

Nach der gemeinsamen Brotzeit findet gegen 10.45 Uhr der Stuhlkreis statt. Die zweite Freispielphase bis zum Abholen verbringen die Kinder nach Möglichkeit im Freien.

Der normale Kindergartenalltag wurde zusätzlich mit verschiedenen Aktivitäten, Unternehmungen und Besichtigungen belebt. So wurden alle Feste im Jahreslauf und alle Kindergeburtstage gefeiert. Wir gingen ins Figurentheater, ins Hallen- und Freibad, in den Tierpark, auf den Kartoffelacker, machten einen Ausflug zum Alburger Spielplatz, beteiligten uns an der Aktion des ZAW "Sauber macht lustig", feierten ein Sportplatzfest, ein Kürbis- und ein Apfelfest.

In besondere vorweihnachtliche Stimmung versetzte uns eine besinnliche Adventsfeier mit den Eltern und die persönlichen Engelbriefchen mit Glitter und Engelshaar, die täglich im Kindergarten gefunden wurden.

Die Projektarbeit genießt im Integrativkindergarten Kunterbunt einen hohen Stellenwert. Im Juni/Juli 2007 führten wir zum ersten Mal ein Waldprojekt durch. Die Natur lud die Kinder ein, in einer stressfreien Umgebung spielerisch Fantasie und Kreativität frei zu setzen, erste Zusammenhänge in der Natur zu erkennen, Achtung vor der Schöpfung zu bekommen und soziale Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Die Kinder verbrachten vier Wochen lang ihre Vormittage im Wald. Der Tag begann immer mit einem Morgenkreis auf dem aus Ästen errichteten Waldsofa. Nach der Tagesplanung wurde der Wald erobert.

Obwohl uns das Wetter nicht wohl gesonnen war, kam im Wald keine Langeweile auf. Selbst antriebsarme Kinder entwickelten im Wald ungeahnte Eigeninitiative. Auch unsere Kindergarteneneltern spürten die positive Wirkung des Waldprojektes auf ihre Kinder, sodass eine Wiederholung im Jahr 2008 selbstverständlich war.
Für unser Waldprojekt 2008 konnte sich der Kindergarten über Spenden von 570 Euro freuen. (160 € Sparkasse; 250 € Voba; 80 € St. Jakobs-Apotheke)
Das Busunternehmen Biendl fuhr uns 10 Tage lang zu einem absoluten Sonderpreis zu unserem Waldstück nach Aufroth und wieder zurück.

Überzeugt von der Projektarbeit starteten wir das Kindergartenjahr 2008/09 mit einem Apfelprojekt. Die Kinder konnten über mehrere Wochen den Apfel mit allen Sinnen erleben. Der Apfel wurde betrachtet, untersucht, gemalt, gebastelt, probiert, getrocknet, gepresst, gebraten, gekocht... Es wurden Apfellieder gesungen, Gedichte gelernt und Theater gespielt. Täglich standen aufgeschnittene Äpfel zum Verzehr auf dem Brotzeittisch. Höhepunkt unseres Apfelprojektes war schließlich unser Apfelfest mit Lagerfeuer.

Unsere regelmäßigen Herbstfeste bieten auch den Eltern die Gelegenheit sich untereinander kennen zu lernen.

Für eine stetige Weiterentwicklung und im Sinne der Qualitätssicherung der Einrichtung ist es wichtig, dass das Personal zu gegebenen Zeiten an Fortbildungen teilnimmt.
Das Kindergartenpersonal nahm im Kiga-Jahr 2007/08 an einer viertägigen Teamfortbildung zum Thema "Der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder in Tageseinrichtungen bis zur Einschulung" und an einer Montessorifortbildung teil.

Ein sehr bedeutender Kooperationspartner unserer Einrichtung ist das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien der Stadt Straubing.
Im Mai 2008 fand eine Begehung unseres Kindergartens durch diese Aufsichtsbehörde statt. In diesem Zusammenhang erhielt der Kindergarten eine neue Betriebserlaubnis. Gleichzeitig wurde das Platzangebot von bisher 15 auf 18 (+10%) Plätze angehoben.

Die vielen Projekte des Integrativkindergartens werden von Freunden und Gönnern durch Sach- oder auch Geldspenden unterstützt. Hier exemplarisch ein Auszug aus den unterschiedlichen Aktionen:
Aus dem Erlös der Weihnachtsaktion im Jahr 2007 des Frisörsalons Schnittstelle wurde der Kindergarten vom Inhaber Stefan Turhan mit einer schönen Babypuppe und Rhythmusinstrumenten beschenkt.

Viele Eltern haben sich in den Jahren 2007/08 für den Kindergarten engagiert und uns in unserer Arbeit unterstützt.
So wurde beispielsweise die Turnhalle neu gestrichen, unser Fuhrpark überprüft und repariert, die Kellerschächte gereinigt, der Gartenzaun erneuert, Fahrdienste übernommen, Kuchen gebacken, Kräuter und Blumen gespenden, regelmäßig Rasen gemäht...

Wir möchten ALLEN, die unserem Kindergarten Kunterbunt wohlwollend gegenüber stehen und uns in unserer Arbeit finanziell, tatkräftig oder beratend unterstützt haben, ganz herlich "DANKE!" sagen. Danke auch dem Vorstand des Vereins für jegliche Zusagen und die intensive Zusammenarbeit.

Mechthild Krinner, Leitung mit Team


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